Nachrichten aus den Bereichen Legasthenie, LRS und AD(H)S
Wissenswertes aus Forschung und Medien
40 Prozent der Kinder mit Legasthenie und Dyskalkulie sind psychisch auffällig
Quelle: news4teachers.de
ADHS wird oft vorschnell diagnostiziert
Ritalin Fluch oder Segen? Vom Zähmen wilder Burschen
Quelle: augsburger-allgemeine.de
Keira Knightley empfiehlt die Drehbuch-Therapie
Hamburg - Schon mit sechs Jahren wurde bei Knightley Legasthenie diagnostiziert, doch erst vier Jahre später schaffte sie es, die Leseschwäche zu bekämpfen. 1995 arbeitete die Mutter der Schauspielerin gemeinsam mit Hollywood-Ikone Emma Thompson am Set von "Sinn und Sinnlichkeit".
Für die 26-Jährige war dieses Erlebnis Ansporn genug, der großen Schauspielerin nachzueifern. Knightley sagte der Zeitschrift, sie habe das Drehbuch gelesen. Mit den Jahren überwand sie ihre Lese- und Rechtschreibschwäche und machte Karriere. Heute zählt sie laut der US-Zeitschrift "Forbes" zu den am besten verdienenden Schauspielerinnen in Hollywood.
Mit ihrem Bekenntnis zur Legasthenie steht Knightley nicht allein da: Auch Stars wie Jamie Oliver, Orlando Bloom oder Cher bekannten sich bereits zu ihrer Lese-Rechtschreib-Schwäche.
Quelle: Der Spiegel, nga
Legasthenie - bessere Therapie dank Früherkennung
Max-Planck- und Fraunhofer-Wissenschaftler wollen die Lese- und Rechtschreibschwäche schon bei Kleinkindern diagnostizieren
Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie und das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften aus Leipzig entwickeln gemeinsam einen Frühtest zur Diagnose von
Legasthenie. Ziel ist es, Legasthenie bereits im Kleinkindalter zu erkennen und dadurch früher und effektiver zu behandeln.
Legasthenie ist eine schwere und andauernde Störung im Erwerb und Gebrauch der Schriftsprache. Den Betroffenen fällt es schwer, Gesprochenes in Schrift umzusetzen und umgekehrt. Dabei ist diese Form
der Lese-/Rechtschreibschwäche (LRS) keineswegs mit einer verminderten Intelligenz assoziiert. Da in der heutigen Gesellschaft jedoch ein Großteil des Wissenserwerbs und -austauschs
schriftsprachlich erfolgt, gehört die Legasthenie zu den bedeutendsten Entwicklungsstörungen unserer Zeit. Etwa fünf Prozent aller Schulkinder sind von Legasthenie betroffen, jedes Jahr kommen allein
in Deutschland etwa 35.000 Betroffene hinzu.
Dabei ist Legasthenie gut therapierbar. Besonders erfolgversprechend erscheint dabei ein frühes Training bereits im Kindergartenalter. Voraussetzung dafür ist jedoch eine frühzeitige
Diagnose. Die gegenwärtig zur Verfügung stehenden Diagnoseverfahren basieren ausschließlich auf schriftlichen und anderen sprachbasierten Tests. Diese können erst relativ spät durchgeführt werden.
Die Untersuchung von Kindern ist in der Regel erst kurz vor oder nach Schulbeginn möglich. Da wesentliche Grundlagen des Schrift- und Spracherwerbs jedoch bereits ab der Geburt erworben werden, geht
wertvolle Zeit für die Therapie verloren.
In einem gemeinsamen Forschungsprojekt zwischen dem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften und dem Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie soll dieses Problem gelöst
werden. Ziel ist es, ein zuverlässiges Diagnoseverfahren zu entwickeln, welches bereits im Kleinkindalter durchgeführt werden kann, also lange vor dem Erwerb von Lesen und Schreiben. Zudem soll das
Projekt wesentlich zum grundlegenden Verständnis der Legasthenie und ihrer zugrundeliegenden Pathogenese beitragen.
Vorangegangene Studien haben gezeigt, dass Legastheniker bereits sehr frühzeitig in der Sprachverarbeitung charakteristische Veränderungen in der Gehirnaktivität zeigen. Zudem ist bekannt, dass
Legasthenie auch genetisch bedingt ist. Somit sind entsprechende neuronale Signaturen und genetische Muster vielversprechende Indikatoren, die zur Diagnose verwendet werden können. Gemeinsam werden
die beiden Forschungsinstitute daher Patientengruppen mit modernen hirnphysiologischen und bildgebenden Verfahren (z. B. Elektroenzephalografie, Magnetresonanztomografie) auf solche Veränderungen
untersuchen und genetische Risikovarianten anhand von Speichelproben identifizieren. Aus diesen Erkenntnissen wird ein breit einsetzbarer Frühtest entwickelt, der zukünftig potenziell
LRS-gefährdete Kinder identifizieren soll.
Quelle: Max-Planck-Gesellschaft
Hirnforscher der Harvard University hält Vortrag auf der 18. Legasthenie- und Dyskalkulietrainer Fachtagung am 2. Juni 2012 in Salzburg
Seit den neunziger Jahren gilt Prof. Dr. Albert M. Galaburda von der Harvard Universität weltweit als einer der bedeutendsten Hirnforscher. Er zeigte auf, dass bei Menschen mit Schreib- und Leseproblemen ein Entwicklungsunterschied der linken Hemisphäre sichtbar gemacht werden kann. Hier ist unter anderem das für die Sprache verantwortliche Zentrum angesiedelt.
Er fand auch heraus, dass die erblichen Anlagen einer Legasthenie weitergegeben werden und zwar mindestens durch die Chromosomen 6 und 15. Seine Forschungsergebnisse
beruhen auf Autopsiebefunden an Gehirnschnitten früh verstorbener Legastheniker, welche die Folgerungen zulassen, dass die Legasthenie eine biologische Ursache habe, die bereits während der
vorgeburtlichen Hirnentwicklung wirksam, und die aufgrund der Besonderheiten der Hirnentwicklung verbunden sei mit spezifischen Begabungen. Man solle die Legasthenie als eine Normvariante
menschlicher Begabungen auffassen und diese Normvariante im Schulsystem berücksichtigen und respektieren.
Die Forschungsergebnisse von Prof. Dr. Albert M. Galaburda geben Betroffenen und deren Umfeld sowie auch Pädagogen und allen an dem Thema Interessierten eine verständliche Erklärung für die
Begabungsstruktur dieser Kinder, um damit am Problemverständnis der klassischen Legasthenie festzuhalten. Die Forschungsergebnisse von Prof. Dr. Albert M. Galaburda werden heute durch eine Reihe von
Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren bestätigt und unterstützt.
Quelle: Erster Österreichischer Dachverband Legasthenie (EÖDL)
Gehirn von legasthenischen Kindern tickt anders - Unterschiede in der neuronalen Aktivität könnten Früherkennung verbessern
Kinder mit Legasthenie haben bereits vor dem Beginn des Lesenlernens veränderte Gehirnfunktionen. Zwei Gehirnareale, in denen unter anderem gehörte Worte verarbeitet werden, sind bei diesen
Kindern weniger aktiv als normal. Das zeigt, dass diese Veränderungen nicht erst durch die Probleme beim Lesenlernen entstünden, wie zuvor teilweise angenommen. Stattdessen deute alles darauf hin,
dass sich die Unterschiede im Verhalten und in der Verarbeitung von Sprache bei diesen Kindern bereits in den ersten Lebensjahren entwickelten.
Möglicherweise seien sie sogar angeboren, berichten US-amerikanische Forscherinnen im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“. Diese Erkenntnis könne dabei helfen, betroffene
Kinder früher als bisher zu erkennen und gezielt zu fördern.
Neuronales Netzwerk gestört
Unter der auch als Legasthenie bezeichneten Lese-Rechtschreibschwäche leiden rund fünf bis 17 Prozent aller Kinder. Sie haben Schwierigkeiten, gesprochene Wörter korrekt zu erkennen und lernen nur
schwer fehlerfrei zu lesen und schreiben. Oft tritt die Legasthenie in Familien gehäuft auf. Man wisse, dass bei legasthenischen Kindern meist ein neuronales Netzwerk in der hinteren linken
Gehirnhälfte gestört sei, sagen die Forscherinnen. Dieses Netzwerk sei entscheidend am Lesen und an verwandten Fähigkeiten wie dem Verstehen von Wörtern beteiligt.
„Bisher war aber unklar, ob diese charakteristische Unterfunktion schon vor Beginn des Lesenlernens existiert, oder ob sie erst als Folge der Leseprobleme entsteht“, schreiben Nora Maria Raschle von
der Harvard Medical School in Boston und ihre Kolleginnen. Jetzt habe sich gezeigt, dass diese Gehirnveränderungen bei familiär vorbelasteten Kindern bereits mit fünf Jahren, vor Beginn des
Lesenlernens, nachweisbar seien.
Legasthenie bald früher diagnostizierbar?
Nach Ansicht der Forscher liefern die neuen Erkenntnisse erste Ansatzpunkte, wie man die Legasthenie bei Kindern zukünftig früher als bisher diagnostizieren könnte. „Die frühe Identifizierung der
Leseschwäche bietet eine Chance, um früh mit Fördermaßnahmen zu beginnen“, sagen die Forscher. Dann ließen sich die Fehlfunktionen im Gehirn vermutlich noch ausgleichen und man könne so den Kindern
später schwerwiegende psychologische und soziale Probleme ersparen.
Kinder vor dem Lesenlernen untersucht
Für ihre Studie hatten die Forscher die Gehirnaktivität von 36 fünf bis sechsjährigen Kindern untersucht, die noch nicht mit dem Lesenlernen begonnen hatten. Eine Hälfte der Kinder stammte aus
Familien, in denen es bereits mehrere Legastheniker gab, die andere nicht. Alle Kinder schnitten in Tests ihrer Intelligenz und ihrer sprachlichen Fähigkeiten etwa gleich gut ab.
Die Forscher spielten den Kindern jeweils ein Paar ähnlich klingender Wörter vor. Die Kinder sollten anschließend entscheiden, ob beide Wörter mit einem ähnlichen Laut begannen oder nicht. Während
des Versuchs maßen die Wissenschaftler die Gehirnaktivität der Kinder mittels funktioneller Resonanztomografie (fMRT). Dieses Verfahren erlaubt es, besonders gut durchblutete und damit auch besonders
aktive Gehirnareale sichtbar zu machen.
Hirnscans liefern weitere Erkenntnis
Die Hirnscans lieferten noch eine weitere Erkenntnis: Eine später bei Legasthenikern typischerweise überaktive Region im Vorderhirn reagierte bei allen Kindern noch normal. Das deute daraufhin, dass
dieser Gehirnbereich erst beim Lesenlernen damit beginne, die Defizite in den Leseschaltkreisen von Legasthenikern teilweise auszugleichen, meinen die Forscher.
Quelle: Scinexx - Das Wissensmagazin
Vortrag zum Thema LRS-Prävention
Ein äußerst interessanter Vortrag über Möglichkeiten der LRS-Prävention im Kindergartenalter von Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne am Klinikum der Universität München ist unter folgender Adresse abrufbar: http://videoonline.edu.lmu.de/node/1417/0
Legasthenie - bessere Therapie dank Früherkennung
Max-Planck- und Fraunhofer-Wissenschaftler wollen die Lese- und Rechtschreibschwäche schon bei Kleinkindern diagnostizieren
Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie und das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften aus Leipzig entwickeln gemeinsam einen Frühtest zur Diagnose von
Legasthenie. Ziel ist es, Legasthenie bereits im Kleinkindalter zu erkennen und dadurch früher und effektiver zu behandeln.
Legasthenie ist eine schwere und andauernde Störung im Erwerb und Gebrauch der Schriftsprache. Den Betroffenen fällt es schwer, Gesprochenes in Schrift umzusetzen und umgekehrt. Dabei ist diese Form
der Lese-/Rechtschreibschwäche (LRS) keineswegs mit einer verminderten Intelligenz assoziiert. Da in der heutigen Gesellschaft jedoch ein Großteil des Wissenserwerbs und -austauschs
schriftsprachlich erfolgt, gehört die Legasthenie zu den bedeutendsten Entwicklungsstörungen unserer Zeit. Etwa fünf Prozent aller Schulkinder sind von Legasthenie betroffen, jedes Jahr kommen allein
in Deutschland etwa 35.000 Betroffene hinzu.
Dabei ist Legasthenie gut therapierbar. Besonders erfolgversprechend erscheint dabei ein frühes Training bereits im Kindergartenalter. Voraussetzung dafür ist jedoch eine frühzeitige
Diagnose. Die gegenwärtig zur Verfügung stehenden Diagnoseverfahren basieren ausschließlich auf schriftlichen und anderen sprachbasierten Tests. Diese können erst relativ spät durchgeführt werden.
Die Untersuchung von Kindern ist in der Regel erst kurz vor oder nach Schulbeginn möglich. Da wesentliche Grundlagen des Schrift- und Spracherwerbs jedoch bereits ab der Geburt erworben werden, geht
wertvolle Zeit für die Therapie verloren.
In einem gemeinsamen Forschungsprojekt zwischen dem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften und dem Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie soll dieses Problem gelöst
werden. Ziel ist es, ein zuverlässiges Diagnoseverfahren zu entwickeln, welches bereits im Kleinkindalter durchgeführt werden kann, also lange vor dem Erwerb von Lesen und Schreiben. Zudem soll das
Projekt wesentlich zum grundlegenden Verständnis der Legasthenie und ihrer zugrundeliegenden Pathogenese beitragen.
Vorangegangene Studien haben gezeigt, dass Legastheniker bereits sehr frühzeitig in der Sprachverarbeitung charakteristische Veränderungen in der Gehirnaktivität zeigen. Zudem ist bekannt, dass
Legasthenie auch genetisch bedingt ist. Somit sind entsprechende neuronale Signaturen und genetische Muster vielversprechende Indikatoren, die zur Diagnose verwendet werden können. Gemeinsam werden
die beiden Forschungsinstitute daher Patientengruppen mit modernen hirnphysiologischen und bildgebenden Verfahren (z. B. Elektroenzephalografie, Magnetresonanztomografie) auf solche Veränderungen
untersuchen und genetische Risikovarianten anhand von Speichelproben identifizieren. Aus diesen Erkenntnissen wird ein breit einsetzbarer Frühtest entwickelt, der zukünftig potenziell
LRS-gefährdete Kinder identifizieren soll.
Quelle: Max-Planck-Gesellschaft
ZDF Nachtstudio, Thema: Rückkehr zur Gelassenheit
Plädoyer für artgerechte Erziehung
Kinder bekommen ist ein großes Glück. Kinder erziehen erweist sich dann doch schwieriger als erwartet. Und das liegt nicht nur an den Kindern selbst. Die Anforderungen an die Eltern sind immens, und
der Druck, der auf den Eltern lastet - oder den sie sich selber machen - ist riesig. Man will alles richtig machen, doch tappt man von einer Falle in die nächste.
Seit es Menschen gibt, gibt es Kinder. Und die müssen erzogen werden. Soviel steht fest. Wie sie, zu was und wie lange sie erzogen werden müssen, das steht schon lange nicht mehr fest. Unsere
pluralistische Gesellschaft wartet auch in Bezug auf die Kindererziehung mit sehr unterschiedlichen Ansätzen auf, die alles etwas für und gegen sich haben. Das macht es den Eltern nicht leicht.
Es gab und gibt immer Trends, die sich für eine bestimmte Zeit durchzusetzen scheinen und die sich dann aus verschiedenen Gründen doch als nicht vollkommen ideal erweisen. Das Ei des Kolumbus in
Sachen Kindererziehung ist noch nicht gefunden.
Das Spektrum reicht von autoritären Strukturen bis hin zur Haltung des Laissez-faire - mit einer guten Begründung ist alles möglich. Tigermütter können ihre Kinder drillen und fördern bis es nicht
mehr geht, andere Eltern lassen die Kleinen im Matsch versinken, bis sie vor lauter Kreativität keine Lust mehr haben, die einen buchen für jeden Tag einen Förderkurs von Frühchinesisch bis
Klangschalenmusik, die anderen kaufen die neueste Playstation und ein dickes Fernsehprogramm, die einen versehen die hauseigenen Computer mit kindgerechten Sperren, die anderen richten die ersten
E-Mail-Accounts der Zweijährigen ein. Das Spektrum ist immens, und das Ziel bei fast allen Eltern gleich: Es soll den Kindern gut gehen - jetzt und in der Zukunft.
Dieser schon immer legitime Anspruch überfordert Eltern von heute zunehmend. Im Moment macht sich die Überzeugung breit, dass die Kinder sie selbst werden und bleiben sollen. Das klingt gut, aber wie
macht man das? Angeblich gelingt es nur, wenn auch die Eltern authentisch sind. Aber wer ist das schon? Ist die Kindererziehung als großes Ganzes also sowieso zum Scheitern verurteilt, weil die
Eltern schon nicht mit sich im Reinen sind. Oder können wir es bei unseren Kindern doch alles anders und besser machen? Sind bestimmte Erziehungsmethoden geeigneter als andere, um glückliche Kinder
großzuziehen? Wie abhängig sind die einzelnen Methoden vom sozialen Umfeld?
Quelle: ZDF, zur Sendung ...
Wasser trinken hilft denken
In ihrem Vortrag zu dem Thema “Das Lernen lernen”, den Diplom-Pädagogin Esther Borggrefe, Leiterin des Instituts für Lernförderung und Kommunikation (ILK), diese Woche in dem Kindergarten “Merlin”; in Königswinter veranstaltet hat, machte die Referentin selbst eine überraschende Erfahrung: Nachdem sie über vielfältige Ursachen für Lernschwierigkeiten referiert hatte, berichtete Borggrefe über wesentliche Grundlagen optimaler geistiger Fitness. Dabei betonte sie den engen Zusammenhang zwischen Lernen und Ernährung, insbesondere der regelmäßigen Versorgung des Körpers mit Flüssigkeit. ... Denn was viele nicht wissen: Auch bei sitzender Tätigkeit, z.B. am Schreibtisch, verliert man Flüssigkeit. Borggrefe erklärte, dass sich bereits ein geringer Flüssigkeitsverlust bemerkbar mache: Die Konzentrationsfähigkeit sinkt, Merkfähigkeit und Informationsverarbeitung verschlechtern sich. Die Diplom-Pädagogin brachte diesen Zusammenhang auf die einfache Formel: „Wasser trinken hilft denken“. Doch nicht nur Menge und Zeitpunkt der Flüssigkeitsaufnahme sind wichtige Faktoren, die Schulkinder zu höheren geistigen Leistungen befähigen, sondern auch eine ausgewogene Ernährung („Regelmäßig und das Richtige essen!“) sowie der Einbau „sinnvoller“ Pausen in den Lernprozess.
Dabei gehe es nicht darum, dass diese Pausen möglichst lang seien, sondern vielmehr um die richtige Gestaltung der Pausen, z.B. durch kurze Bewegung an der frischen Luft, Musik hören oder die Anwendung einfacher Entspannungstechniken. Neben diesen für das Lernen allgemein wichtigen Aspekten ging Borggrefe an dem Abend auch auf spezielle Leistungsstörungen wie Legasthenie und Dyskalkulie ein. Bei ihren Vortragsveranstaltungen stellt Borggrefe immer wieder fest, dass die Sachkenntnis zu diesen Störungen sehr gering ist und dass diese Themen teilweise noch immer tabuisiert werden. Tatsächlich sei jedoch in den vergangenen Jahren die Zahl der Kinder mit erheblichen Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen stetig angestiegen. „In diesem Zusammenhang ist es von größter Bedeutung, dass eine fundierte Diagnose der Schwierigkeiten vorgenommen wird. Je eher dies geschieht, umso besser für das Schulkind“, so Borggrefe. Denn erst auf der Grundlage einer sorgfältigen und fachlich fundierten Analyse der Stärken und Schwächen von Schülern in den Bereichen Lesen, Schreiben und Rechnen könnten individuelle Förderprogramme und Trainings ansetzen. mehr ...
Quelle: Dachverband Legasthenie Deutschland

