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Die phonematisch-akustische Differenzierungsfähigkeit (Phonem=Sprechlaut):
Phonematische Differenzierungsleistungen entscheiden darüber, ob ein Kind klangähnliche, aber bedeutungsunterscheidende Sprechlaute aus dem Redestrom herauszuhören vermag.
Wörter wie Bahn / Bein, Uhr / Ohr, Tasche / Tasse, backen / baden u.a. stellen enorme Anforderungen an das phonematische Gehör. Durch das Erraten von Geräuschen , das Heraushören von
bedeutungsunterscheidenden An-, In- und Auslauten und andere Hörübungen lässt sich das phonematische Unterscheidungsvermögen relativ gut verbessern. Bestimmte Formen des Stammelns (das Kind spricht
z.B. "detomnen" statt "gekommen") beruhen auf der Unfähigkeit, die selbst gesprochenen Laute sicher zu erkennen.
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Die sprechmotorisch-kinästhetische Differenzierungsfähigkeit
Mängel in diesem Bereich sind ein schweres Handikap für das Sprechen, Schreiben und Lesenlernen. Die Reihenfolge der Laute, ihre Vollständigkeit und normgerechte
Artikulation hängen weitgehend von dieser Fähigkeit ab. Sprechmotorische Präzision ist auch eine wesentliche Voraussetzung für das Sprachgedächtnis. Eine vorbeugende Förderung der sprechmotorischen
Voraussetzungen ist relativ gut möglich, weil z.B. Lippen- und Zungenturnen, Blasübungen wie Kammblasen, Seifenblasen, Wattepusten und so genannte "Zungenbrecher" den Kindern viel Spass
machen.
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Die intonatorisch-melodische Differenzierungsfähigkeit
Von ihr hängt ab, ob das Kind und der Kommunikationspartner einander verstehen. Ausserdem drücken die Melodieführung und die Betonung beim Sprechen Gefühle und Einstellungen aus. Diese Merkmale sind
für das Mitdenken und Erfassen der Bedeutung von Sätzen wichtig. Derselbe Satz, z.B. "Ich komme gleich", einmal in beruhigendem Ton, einmal mit drohendem Unterton gesprochen, hat entsprechend
unterschiedliche Bedeutung. Es kommt eben nicht nur darauf an, was gesagt wird, sondern auch darauf, wie es gesagt wird. Die Förderung beginnt mit der Freude am Singen, Musizieren und Tanzen. Sie
wird durch jede Form der musikalischen Früherziehung unterstützt.
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Die rhythmische Differenzierungsfähigkeit
Ohne sie kann die inhaltlich-logische Gedankenführung eines Textes nicht erkannt werden. Rhythmus gliedert und strukturiert einen entfalteten Gedanken, sichert das Verständnis für Zusammenhänge. Ein
scherzhaftes Beispiel dafür sind die Sätze "Der Lehrer, sagt der Schüler, ist eine Esel" und "Der Lehrer sagt, der Schüler ist ein Esel". In gewisser Weise kommen diese Beziehungen auch für
mathematische Basisleistungen in Betracht. Aus Längsschnittuntersuchungen geht hervor, dass mathematisch überdurchschnittlich befähigte Schüler im Vorschulalter über eine besonders gute rhythmische
Differenzierungsfähigkeit verfügen. Diese Fähigkeit sagt zukünftigen Lernerfolg mit hoher Wahrscheinlichkeit voraus.
Rückstände im Niveau der rhythmischen Differenzierungsfähigkeit lassen sich nur schwer überwinden. Mit spektakulären Fördererfolgen ist nicht zu rechnen. Besonders nützlich sind Übungen, die in der
Einheit von melodisch-rhythmisch-motorischer Aktivität vollzogen werden. Solche Übungen bilden den Kernbestand jeder vorbeugenden Förderung zur Einschränkung von unerwarteten Lernschwierigkeiten im
Anfangsunterricht.
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Die optisch-graphomotorische Differenzierungsfähigkeit
Um Lautsprache in Schriftsprache und Schriftsprache in Lautsprache umsetzen zu können, benötigt der Schulanfänger ein entsprechendes Niveau der optisch-graphomotorischen Differenzierungsfähigkeit.
Nur dann kann das Kind auffällige und unauffällige Details bei der Unterscheidung, Aussonderung, Zuordnung und Gestaltung von Merkmalen der Form, Lage, Grosse, Länge, Dicke, Richtung, Farbe und
Häufigkeit erkennen. Diese Leistungen werden vor allem für das Erkennen und Schreiben von Buchstaben benötigt. Sie bilden sich normalerweise vor Schuleintritt im Alltagsverhalten des Kindes heraus.
Um Rückstände in dieser Differenzierungsleistung aufzuholen, sind Tätigkeiten wie Malen, Bauen, Basteln, Puzzlespielen, Fingerübungen, Sortierübungen u.a. sehr nützlich.
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